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Yaxché und Rabinal
Ruinen nahe Yaxché
Die kleine Siedlung Yaxché befindet sich einige Meilen nördlich von Ixkún, in offenem Savannenland. Von Dolores aus, wo Maudslay die in der Nähe gelegenen Ruinen von Ixkún inspiziert hatte, starteten er und seine Männer am 23. März 1887 in Richtung Yaxché, das sie einen Tag später erreichten166.
Etwa zwei Meilen nordwestlich von Yaxché stießen Maudslay und Co. auf "a ruined town of considerable size"167. Da keine skulptierten Steine zu finden waren, richteten sie ihr Augenmerk auf zwei Hügel, die rechts und links des Flusses in etwa 800 Yard Entfernung voneinander standen. Die grasbewachsenen Hügel waren beide von einer Erhebung gekrönt, die, so Maudslays Annahme, die überreste eines Gebäudes enthalten mußte. Als sie begannen, in der Erhebung des südlichen Hügels zu graben, fanden sie tatsächlich die überreste eines kleinen, nach Norden gerichteten Gebäudes. Analog dazu befanden sich überreste eines Gebäudes im nördlichen Hügel. Auf dem Boden dieses stark zerstörten Gebäudes fanden sie drei Töpfe sowie Fragmente einer Stuck-Figur. In seinem Feld-Tagebuch notiert Maudslay: "Doorway + interior lined with small well faced stones - very soft, could easily be cut with a knife [...] Pavement floor good condition. Beanch running across back of room with recession center where copal had been burnt - smoke stained stones. Outer walls had thick covering of cement."168
Auch auf den unzähligen, zwischen 50 und 100 Fuß hohen Kalkstein-Hügeln um die Ruinen herum waren die überreste von Tumuli zu entdecken, die Gebäude-Fundamente oder Gräber enthielten. In den Gräbern lagen einige steinerne Pfeilspitzen, größere Mengen unbearbeiteten Feuersteins, aber nur zwei Obsidian-Stücke. Desweiteren gab es Stücke von Mahlsteinen und bemalte Keramikscherben.
Auf der flachen Ebene unterhalb der Hügel fand Maudslay mehrere in den Boden eingelassene, zementierte Kammern (chultunes).
Am 5. April verließen Maudslay und seine Männer Yaxché in Richtung Camalote.
Ruinen nahe Rabinal
Der Ort Rabinal liegt in der guatemaltekischen Provinz Baja Verapaz am Ende einer von Bergzügen umgebenen Ebene; am anderen Ende dieser Ebene liegt Cubulco, und diese beiden Orte werden durch die von Norden und Süden in die Ebene auslaufenden Hügel voneinander nahezu getrennt. Auf vielen dieser niedrigeren Hügel-Ausläufer fand Maudslay die überreste alter indianischer Siedlungen. Als er 1887 dieses Tal durchritt, untersuchte er am 22. Januar die Ruinen, die er in etwa gleicher Entfernung zwischen Rabinal und Cubulco fand.
Maudslay entdeckte dort zwei gewundene Mauern auf diesen Ausläufern, denen er defensive Zwecke bescheinigte, und oberhalb dieser Mauern eine Gruppe von Gebäuden. Die Hügelflanken in der Nähe waren mit terrassenartigen Fundamenten bedeckt, die, vermutet Maudslay, einst Häuser auf vergänglichem Material getragen haben oder Begräbnisorte gewesen sein mochten. Auf dem Hügel befanden sich sieben Gruppen von gleichermaßen um einen Platz arrangierten Gebäuden: es gab meist ein großes, nördlich gelegenes Haus, ein kleineres gegenüber im Süden, im Osten und Westen jeweils eines und in der Mitte genau zwischen dem nördlichen und östlichen ein weiteres Gebäude, das Maudslay für einen Tempel hielt. Vor diesem postulierten Tempel stand nach Norden hin eine Art Altar in Form eines Miniatur-Tempelfundaments.
Maudslay hielt es für wahrscheinlich, daß die Einwohner dieser Gebäudegruppen jene waren, die Bartolomé de las Casas im 16. Jahrhundert dann nur mit Schwierigkeiten überreden konnte, nach Rabinál zu ziehen.169
Der Besuch dieser Ruinen wird in Maudslays Feld-Tagebuch "Log 1" erwähnt, nicht jedoch genauer beschrieben, denn: "Description of ruins in other book"170. Dieses andere Buch lag mir nicht vor.
Maudslay konnte der Untersuchung dieser Ruinen nur einen Tag widmen, war jedoch überzeugt, daß das Gebiet der Sierra de las Minas - bisher noch archäologisch unbeackert, aber bekanntermaßen mit einigen Ruinenorten ausgestattet - ein weites Feld für zukünftige Ausgrabungen bieten würde: "An examination of the ruins of the neighbouring hill-tops would doubtless add much to our knowledge"171.
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